Fristen • Zivilprozess
Fristenkontrolle in der Kanzlei: so verpassen Sie keine Frist
Eine versäumte Notfrist lässt sich oft nicht mehr heilen und begründet schnell eine Haftung der Kanzlei. Die Rechtsprechung verlangt deshalb eine verlässliche Fristenkontrolle. Hier sehen Sie, wie Sie in der Kanzlei keine Frist verpassen – mit Fristenkalender, Vorfrist und klarer Zuständigkeit.
So gehen Sie vor (Kurzantwort)
- Tragen Sie jede Frist sofort bei Eingang in einen zentralen Fristenkalender ein, verknüpft mit der Akte.
- Berechnen Sie die Frist ab dem maßgeblichen Ereignis, meist der Zustellung, nach §§ 222 ZPO, 187, 188 BGB.
- Notieren Sie zu jeder Frist eine Vorfrist, üblicherweise etwa eine Woche vorher.
- Legen Sie für jede Frist eine verantwortliche Person fest, auch für Urlaubs- und Krankheitsvertretung.
- Streichen Sie eine Frist erst, wenn der Schriftsatz nachweislich eingereicht ist.
Typische Fristen im Zivilprozess
Rechtsmittelfristen nach der ZPO
| Frist | Dauer |
|---|---|
| Berufungsfrist | 1 Monat ab Zustellung des Urteils (§ 517 ZPO) |
| Berufungsbegründungsfrist | 2 Monate ab Zustellung des Urteils (§ 520 Abs. 2 ZPO) |
| Revisionsfrist | 1 Monat ab Zustellung des Urteils (§ 548 ZPO) |
Warum Fristen versäumt werden
- Die Frist steht nur im persönlichen Kalender eines abwesenden Anwalts.
- Die Berechnung beginnt am falschen Tag, etwa bei Verkündung statt Zustellung.
- Es gibt keine Vorfrist, die Frist fällt erst am letzten Tag auf.
Praxisbeispiel
Eine Kanzlei mit rund 60 laufenden Mandaten führte Fristen in den Kalendern der einzelnen Anwälte. Nach der Umstellung auf einen gemeinsamen Fristenkalender mit Vorfrist sieht die Vertretung im Urlaub alle Fristen der übernommenen Akten, und die Streichung erfolgt erst nach Einreichung.
So unterstützt Sie 4lawyers
- Gemeinsamer Fristenkalender, verknüpft mit jeder Akte.
- Hinweise in der Anwendung für das Kanzleiteam vor jeder Frist.
- Die Fristberechnung bleibt anwaltliche Aufgabe: 4lawyers liest keine Zustellungen aus dem beA aus.